Gedankenspiele
Aktualisiert: vor 1 Tag
Heute war ich mit einer Gruppe auf den Trails unterwegs - als Teilnehmerin.
Irgendwann während dem steilen Aufstieg krochen folgende Gedanken in mir hoch: wie kannst du dich Trailrunning Guide schimpfen, wenn du nicht mal vorne locker mitlaufen kannst? Wie willst du jemanden begleiten, wenn du selber so schwach bist im Aufstieg? Was machst du überhaupt hier? Geh nach Hause.
Fokus richten
Ok, so dramatisch wie es hier klingt war es dann doch nicht. Ich kenne mich und meine Dämonen im Kopf mittlerweile sehr gut. Und ich weiss, wenn ich das Morgenrot am Horizont sehe, die frische Luft aufsauge und jeden Schritt geniesse, dann haben solche negativen Gedanken keine Chance.
Genauso war es auch heute. Es war eine wunderschöne Tour mit tollen Leuten und perfektem Wetter; ein unvergessliches Erlebnis, das ich voll und ganz geniessen konnte. Und ich bin stolz. So sehr, dass ich das mit euch teilen möchte.
Vom Tiefpunkt zum Höhenflug
Mein persönlicher Tiefpunkt als Trailrunnerin erlebte ich vor etwa 3 Jahren. Zum ersten Mal war ich als Leiterin bei einem Camp dabei. Meine Ausbildung als esa Leiterin hatte ich zu diesem Zeitpunkt zwar geplant aber noch nicht absolviert. Die Gruppe die wir guiden sollten bestand aus lokalen Top Trailläufer. Sie liefen so stark, dass ich keine Chance hatte mitzuhalten. Der Entscheid, dass ich die geplanten Touren für mich alleine laufe und die anderen Guides die Gruppe übernehmen war schnell gefällt. Ich nutzte die Zeit alleine auf den Trails um zu reflektieren. Und zu fluchen! Ohja, ich habe geflucht was das Zeug hält.
Einordnen und weiter gehen
Auch wenn so ein Tiefpunkt unglaublich schmerzt, war mir klar, dass das ein entscheidender Moment für mich ist, an dem ich wachsen kann. Also habe ich reflektiert, adaptiert und mich neu ausgerichtet.
Ein Jahr nach diesem Camp war ich ausgebildete Trailrunning-Leiterin und stand als Guide wieder im Einsatz. Diesmal wurden die Camps aber bewusster geplant und positioniert. Es gab ein Angebot für leistungsorientierte Läufer und eines für Genussläufer. Ich habe mich mittlerweile klar als Trailbegleiterin für Einsteiger und Erlebnisläufer positioniert. Und es hat funktioniert! Wir konnten bei zwei Camps die gewünschte Zielgruppe ansprechen und hatten eine super coole Zeit. Das war der Grundstein für traila.fun.
Mehr über meinen Weg erzähle ich dir gerne im nächsten Blog - oder auf einer gemeinsamen Tour. Kommst du auch einmal mit? Ich begleite dich gerne.
Fun Fact: Eine der damaligen Campteilnehmerinnen läuft heute im Schweizer Trailrunning-Nationalkader 😅


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